Zittert ihr schon vor Freitag, dem 13.?
Geschrieben am 13.01.2012 - 08:13 Uhr von Nick Sommerfeld
Gerade hat das Jahr begonnen und schon sehen sich manche Menschen mit einer mehr oder weniger ernsthaften „Bedrohung“ konfrontiert: Der 13. Januar fällt auf einen Freitag und auch im April sowie Juli wird gezittert. An diesem Datum sind einige Menschen besonders vorsichtig. Eine repräsentative GfK-Umfrage hat ergeben, dass mehr als jedem sechsten Befragten (17,9%) an einem Freitag, dem 13., ziemlich mulmig zumute ist. Vor allem die weiblichen Befragten sind auf der Hut: Fast ein Viertel von ihnen (22,3 %) gab an, dann ganz besonders achtsam zu sein. Die deutschen Männer zeigen sich dagegen deutlich weniger abergläubisch. Für ein Großteil von ihnen (86,8 %) ist ein Freitag, der 13., ein ganz normaler Tag.*
Aber warum ängstigen sich so viele Menschen vor diesem Tag oder leiden sogar unter der so genannten Paraskavedekatriaphobie, der krankhaften Angst vor Freitag, dem 13.? Weshalb gibt es in vielen Hochhäusern kein 13. Stockwerk, keine Hotelzimmer mit der Nummer 13 und Fluglinien, die auf die 13. Sitzreihe verzichten? Der Grund hierfür kann nicht eindeutig belegt werden. Es gibt viele Deutungen und Erklärungen für dieses Phänomen.
Zunächst einmal gibt es religiöse Gründe für den Aberglauben. Freitag ist der Todestag von Jesus und nach der Bibel saßen beim letzten Abendmahl 13 Menschen an der Tafel, wobei der 13. Anwesende der Jünger Judas war, der Christus verraten hat. Außerdem war es ein Freitag, an dem Adam und Eva aus dem Garten Eden vertrieben wurden. Ebenso liefert die alte Zahlensymbolik eine Erklärung. Die 12 steht für Harmonie mit dem Universum, die 13 übersteigert diesen Einklang und bringt daher Unglück. Im Volksmund wird diese Zahl daher auch das “Dutzend des Teufels” genannt. Auch in Märchen erscheint die 12 oft und steht für Harmonie und Ordnung, während die Zahl 13 eine negative Bedeutung hat – zum Beispiel ist es bei Dornröschen die 13. Fee, die das Mädchen bei seiner Tauffeier verwünscht. Ebenso in der Wirtschaftsgeschichte finden sich Erklärungsansätze. Seit dem Börsen-Crash von 1929 steht der „Schwarze Freitag“ für ein großes Unglück – obwohl er an einem Donnerstag begann. Und auch beim Glückspiel macht sich die 13 nicht besonders gut: Bei den Lottoziehungen in Deutschland wird sie nämlich am seltensten gezogen.
Den Aberglauben um Freitag, den 13., teilt man allerdings nicht überall auf der Welt. So haben Menschen aus Spanien, Griechenland und Lateinamerika Angst vor Dienstagen, die auf den 13. eines Monats fallen, und in Italien gilt „Freitag, der 17.“ als Unglückdatum. In der jüdischen Tradition ist die 13 sogar eine Glückszahl, genauso wie bei den Japanern.
Wenn unter euch auch ein paar Abergläubische sind, kann ich euch, zumindest wenn es um Autounfälle geht, die Angst nehmen. Wir haben im letzten Jahr die Haftpflichtschadensmeldungen von 1.211 Tagen in unserer Datenbank ausgewertet und festgestellt, dass statistisch gesehen kein signifikanter Unterschied zwischen der Zahl der Verkehrsunfälle an einem vermeintlichen Unglücksfreitag und jedem anderen Freitag besteht. Und wie hat es Franklin D. Roosevelt einmal so treffend formuliert: „Man braucht nichts zu fürchten, außer der Furcht selbst!“
Nick Sommerfeld
* Repräsentative Umfrage des Magazins “Apotheken Umschau”, Ausgabe Juni 2008, durchgeführt von der GfK Marktforschung bei 2.007 Personen ab 14 Jahren, davon 1.044 Frauen und 963 Männer.






