Wenn es Winter wird und die Temperaturen immer mehr sinken, ist das Ende der Motorradsaison nicht mehr weit. Dann kommt mein heißgeliebtes Motorrad für lange Zeit in die Garage. Denn ich gehöre nicht zu den wenigen Hartgesottenen, die einfach ihre Winterbekleidung aus dem Schrank holen und auch noch bei Minusgraden mit ihrem Motorrad durch die Lande fahren.
Wenn Väterchen Frost an die Tür klopft, ist das für mich das sichere Zeichen, mein Motorrad winterfest zu machen. Zuerst fahre ich mit meiner Maschine ein letztes Mal zur nächsten Tankstelle und mach den Tank richtig voll. Das ist notwendig, damit sich kein Kondenswasser bildet oder der Tank von innen rostet und im Extremfall der Rost die Benzinleitung verstopfen kann.
Der Reifenluftdruck sollte zur Einwinterung auf 0,3-0,5 bar über dem normalen Luftdruck aufgefüllt werden. So werden mögliche Druckverluste ausgeglichen und dauerhafte Folgeschäden durch verformte Karkassen vermieden.
Steht ein Ölwechsel kurz bevor, sollte er noch vor der Winterpause erledigt werden, denn die Bestandteile des alten Öls können zu Korrosion im Motorinneren und zu Folgeschäden führen.
Bevor das Motorrad nun für Wochen und Monate in den vorübergehenden Ruhestand geschickt wird, muss es noch gründlich gereinigt werden. Sonst können sich Schmutzreste in Ecken und Winkeln absetzen, Feuchtigkeit anziehen und einen frühzeitigen, verdeckten Rostbefall verursachen. Dann kommt das Motorrad an seinen Standplatz. Wichtig ist es, dass dieser trocken und möglichst salzfrei ist.
Als letztes klemme ich die Batterie ab und lege damit die komplette Elektrik still. Denn auch wenn keine Verbraucher eingeschaltet sind, stellt der Akku permanent Strom zur Verfügung. Steht das Motorrad wie bei mir trocken und frostsicher, kann die abgeklemmte Batterie an Ort und Stelle verbleiben. Bei ungünstigen Standorten empfehlen sich der komplette Ausbau und die Lagerung an einem frostsicheren und trockenen Ort.
Ist die lange Zeit der „Abstinenz“ im Frühjahr vorüber, kann man sein Motorrad umso schneller in Gebrauch nehmen, je besser die Vorbereitungen vorm Winter waren – ganz ohne böse Überraschungen.