Deutschland mag es „oben ohne“
Dienstag, 17. August 2010
Ein Cabriolet ist für die stolzen Besitzer nicht nur ein Mittel, um von A nach B zu kommen. Es ist ein Lebensgefühl. Doch wo findet man in Deutschland die meisten Cabrio-Fahrer? Die Antwort ist ganz einfach: Dort, wo man mit seinem schicken Gefährt auch gerne gesehen wird – in Großstädten wie München, Stuttgart, Köln oder Düsseldorf. Deutschlands absolute Cabrio-Hochburg ist aber der bayerische Landkreis Starnberg. Laut Informationen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) sind hier sogar acht Prozent der Neuzulassungen Cabriolets. Im Osten der Republik sind mit nur etwa einem Prozent Cabrio-Zulassungen die wenigsten Frischluft-Fanatiker unterwegs.
Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit 2,7 Prozent an zugelassenen Cabrios auf Platz zwei nach England (3,4 Prozent). Das zeigt deutlich, dass Cabriofahren nicht unbedingt im Zusammenhang mit den durchschnittlichen Sonnenstunden stehen muss. In sonnenverwöhnten Ländern wie zum Beispiel Italien oder Spanien fährt nur rund jeder Hundertste ein Fahrzeug mit offenem Dach.
Doch eine wichtige Frage stellt sich den meisten Cabrio-Liebhabern sicherlich: Wie ist es eigentlich um die Versicherung bei ihrem Fahrzeug bestellt?
Ein Cabrio ist in der Teilkasko-Versicherung gegen Diebstahl und Einbruch versichert: Dies gilt mit offenem Verdeck bei einem kurzzeitigen Abstellen in belebter Gegend. Auch wenn das Dach bei einem Diebstahl aufgeschlitzt worden ist, wird der Schaden im Rahmen der Teilkasko ersetzt. Natürlich sollten alle nur möglichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, auch bei offenem Dach: Fenster hochfahren, Lenkradsperre einrasten, Handschuhfach und Wagen absperren. Wer sein Cabrio länger unbeobachtet zurücklässt, sollte das Verdeck sicherheitshalber doch schließen. Sonst kann der Versicherungsschutz gefährdet sein – dem Halter ein grob fahrlässiges Verhalten vorgeworfen werden.
Vorsicht: Nicht alles, was sich im offenen Cabrio befindet ist automatisch mitversichert, insbesondere beim Zubehör sollte man sich die Versicherungspolice genau durchlesen. Sie enthält eine detaillierte Liste mit allen versicherten Zubehörteilen, wie zum Beispiel Warndreieck, Radio oder fest eingebaute Navigation. Alle anderen Gegenstände, beispielsweise Geldbeutel, Mobiltelefon oder auffällige Einkaufstüten, sind nicht in der Kasko mitversichert und sollten niemals im Fahrzeug liegen gelassen werden – und das gilt nicht nur für Cabrios, sondern für alle Autos.
Arnd Schröder


