Mit Gas für die Hälfte fahren!

Geschrieben am 27.03.2012 - 15:19 Uhr von Nick Sommerfeld

Rekordbenzinpreise jenseits der 1,60 Euro entfachen wieder einmal die Debatte um die Abhängigkeit des Straßenverkehrs vom Erdöl. Und das zu Recht. Ein guter Zeitpunkt also, um über Alternativen nachzudenken. Zum Beispiel über Gas statt Benzin. Erdgas ist im Moment rund 60% günstiger als Super E10. Und die steuerliche Besserstellung des Gas-Kraftstoffes, also der günstige Abgabepreis, ist mindestens bis 2018 gesetzlich festgeschrieben. Ergo: Es lohnt sich über eine Umrüstung nachzudenken.

Autogas oder Erdgas?

Dem Gasfahrer stehen in der Regel zwei Kraftstoffe zur Auswahl, Auto- und Ergas. Beide Varianten zeichnen sich durch niedrige Kosten, eine günstige Umweltbilanz und ausgereifte Technik aus. Allerdings vertragen Autogasmotoren kein Erdgas und umgekehrt. Dabei ist die Autogasvariante auf deutschen Straßen häufiger anzutreffen als die Erdgasalternative. Wohl auch wegen der deutlich besseren Versorgungslage (s. Die Versorungsfrage). Eine umfassende Übersicht der Vor- und Nachteile beider Antriebsarten ist hier zu finden.

Die Versorgungsfrage

Früher hatte man seine Liebe Not mit dem Finden einer Gas-Tankstelle. Mittlerweile existieren gut 900 Erdgastankstellen, davon allein 18 in der Bundeshauptstadt. Die Grundversorgung ist also gesichert. Beim Autogas ist die Situation da bereits wesentlich komfortabler: Über 6.200 Tankstellen in Deutschland bieten es an. Und immerhin rund 500.000 Autogas-betriebene Fahrzeuge statten diesen regelmäßig einen Besuch ab.

Was kostet die Umrüstung?

Die Umrüstung heutiger Fahrzeuge auf Autogasantrieb ist für die allermeisten Modelle für 1.500 bis 3.500 Euro möglich. Die Nachrüstung auf Erdgasantrieb ist mit 2.500 – 4.500 Euro etwas teuerer. Alternativ kann beim Neukauf eines Fahrzeugs gegen einen Aufpreis von 2.000 bis 5.000 Euro der alternative Antrieb hinzugewählt werden. Aber lohnt sich das überhaupt?

Ein Rechenbeispiel: Bei einem angenommenen Verbrauch von 8 Litern auf 100 Kilometer, einem Benzinpreis von 1,65€ und einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern, amortisieren sich die Mehrkosten der Umrüstung – unterstellen wir einmal 2.500 Euro – nach 2,5 Jahren . Anders sieht das Ganze aus für Vielfahrer. Die haben unter Umständen bereits nach einem Jahr die Mehrkosten wieder drin.

Gas und Versicherung

Ein Umbau des eigenen Wagens auf zusätzlichen Gasantrieb hat keine Auswirkung auf den Versicherungstarif. Wichtig ist, dass Kaskoversicherte ihre Kfz-Versicherung über den Umbau informieren. Die Wertsteigerung des Wagens durch den Umbau ist aber in der Regel im Vertragsrahmen abgesichert.

Fazit

Vor allem für Vielfahrer lohnt sich der Umstieg auf Gas-Antrieb. Ob Autogas oder Erdgas ist weitestgehend Geschmackssache. Auch wenn die Infrastruktur für Autogas-betriebene Fahrzeuge deutlich besser ist. Die Kosten der Umrüstung amortisieren sich in beiden Fällen durch die günstigen Gaspreise relativ zügig. Und aktuell ist davon auszugehen, dass Gas-Fahrer auch über 2018 hinaus von den günstigeren Gaspreisen profitieren werden. Für alle die mehr zu dem Thema erfahren wollen ist der folgende Wiso-Beitrag zu empfehlen.

Haben Sie Fragen an uns als Versicherung zu diesem Thema? Hinterlassen Sie uns doch einen Kommentar. Wir antworten Ihnen gerne!

Nick Sommerfeld

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