Blick in die Zukunft: Connected Vehicles

Geschrieben am 23.02.2012 - 17:47 Uhr von Nick Sommerfeld

Die DNA des Autos der Zukunft ist digital. Wie die letzte Consumer Electronics Show in Las Vegas gezeigt hat, marschieren alle großen Autohersteller geschlossen in Richtung neue digitale Automobilwelt. Dabei gehen deren Konzepte weit über reines „Autogooglen“ hinaus.

Ziel des Ganzen ist es, unser Autofahren sicherer und angenehmer zu machen. Aber nicht nur die In-Auto-Digitalisierung kommt diesem Zweck zu Gute.

Auch der Dialog von Autos mit ihrer Umwelt fördert maßgeblich ein sichereres automobiles Miteinander. Die drahtlose Interaktion von Fahrzeugen ist auch bekannt als Vehicle-to-Vehicle (V2V) Kommunikation. Darunter versteht man, dass Fahrzeuge Daten erzeugen und diese miteinander austauschen. Mithilfe dieser Inter-Fahrzeug-Kommunikation wird dem Fahrer z.B. signalisiert, dass sich ein anderer Verkehrsteilnehmer im toten Winkel befindet und man jetzt besser nicht die Spur wechseln sollte. Erste Untersuchungen der Akzeptanz dieses „Auto-Chats“ in den USA sind laut technology review im Gange. Untersuchungen des US-amerikanischen „Department of Transportation“ zufolge kann V2V-Kommunikation die Anzahl (schwerer) Unfälle um rund 80% verringern. Diese Zahl ist beeindruckend. Verheißt sie doch, dass man mit der künftigen Generation von Autos deutlich sicherer fährt. Und zwar nicht nur als (Mit-)Fahrer, sondern auch als Verkehrsteilnehmer generell.

Thilo Koslowski (Vizepräsident und Analyst bei US-Researcher Gartner) prognostiziert eine rapide Marktdurchdringung der „connected vehicles“ innerhalb der nächsten zehn Jahre. Diese „smarten“ Autos werden ihm zufolge nicht nur direkt mit anderen Autos kommunizieren, sondern auch mit dem öffentlichen Transportsystem oder z.B. auch E-Bikes. Schließlich ist eine der zentralen Herausforderungen des urbanen Verkehrs der Zukunft die Verzahnung der unterschiedlichen Mobilitätsanbieter. Denn das Aufkommen etwa von P2P-Car-Sharing-Anbietern wie flinc zeigt bereits jetzt, wohin die Reise geht: weg vom Eigentums-, hin zum Verfügungsrechtedenken. D.h. unsere „Beförderer“ müssen uns in Zukunft nicht mehr zwangsläufig gehören, es reicht diese nutzen zu dürfen. Um aber nicht dauernd vor leeren Auto- oder Fahrrad-Parkplätzen zu stehen, müssen diese „Beförderer“ miteinander kommunizieren, sich also etwa über ihren Aufenthaltsort bzw. ihre Verfügbarkeit austauschen. V2V-Kommunikation ermöglicht das.

Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass die Kommunikation zwischen Autos, E-Bikes, Bussen etc. durchaus manipulierbar sein könnte. Die Risiken solcher massiven, ungeschützten Datenströme sind bislang kaum abzuschätzen. Ähnlich war es vor einigen Jahren mit dem Aufkommen von Smartphones. Das bedeutet womöglich Hochkonjunktur für die Hersteller von Antiviren-Software. Winkt ihnen doch die (möglicherweise zwingende) Ausrüstung jedes Autos, jedes E-Bikes, kurz jedes „Beförderers“ mit einem geeigneten Virenschutz.

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